Montag, 24. Februar 2014

Winterferien - Bretagne

Irgendwie habe ich das Gefühl, in Frankreich gäbe es viel öfter und länger Ferien. Wahrscheinlich liegt es daran, dass die Zeit hier so schnell vergeht. Wie ihr vielleicht schon erahnen könnt, habe ich grade Winterferien. In der 1. Woche war ich mit der ganzen Familie in der Bretagne bei den Gastgroßeltern. Es war superschön da. Ich konnte endlich mal wieder das Meer sehen, auf Felsen klettern, von denen man einen wunderschönen Blick auf die Landschaft hatte und ein paar große Jakobsmuscheln sammeln. Ich muss ehrlich sagen, dass ich noch nie solch große Muscheln am Strand gesehen habe. Sie sind fast handtellergroß. Leider war das Interesse meiner Gastgeschwister, insbesondere das meiner größeren kleinen Gastschwester nicht so groß, weswegen sie eigentlich fast den ganzen Tag im Haus blieben. Das liegt wahrscheinlich daran, dass sie dort schon so oft waren. Wir sind sogar Bowlen gefahren (ich habe gewonnen =D) und ins Kino zu "Les 3 Frères" gegangen. Freitag mussten wir aber leider schon wieder zurück. Mein Gastbruder ist dageblieben, um in der 2. Ferienwoche beaufsichtigt zu werden. Meine kleine Gastschwester ist direkt danach mit Verwandten und deren Kindern in den Skiurlaub gefahren.
Am Sonntag war ein Kumpel meines Gastvaters da. Zusammen mit ihm, meinem Gastvater und meiner Gastmutter (meine Gastschwester hatte keine Lust) sind wir in den Wald gefahren und auf die Felsen dort geklettert. Auf einem besonders großen konnten wir sogar den Eiffelturm und den Tour Montparnasse sehen. Danach waren wir noch auf einem Feld um Drachen steigen zu lassen. Aber nicht solche Kinderdrachen. Wir hatten einen Lenkdrachen (einen anderen hatten wir schon in der Bretagne steigen lassen) und ein großes Segel. Es hatte 3,50m Spannweite und hat mich fast hochgehoben, als ich es ausprobieren durfte. Es macht total Spaß, auch wenn ich mich 2 Mal mitten auf dem matschigen Feld hingepackt habe.
Das Haus zwischen 2 Felsen an der rosanen Granitküste
 
MEER
 
eine Jakobsmuschel - coquille Saint-Jaques
 
Drachen steigen =D

Sonntag, 2. Februar 2014

Wilkommen bei den Richard's

Letzte Woche Samstag bin ich voller Aufregung in meiner neuen Gastfamilie angekommen. Vorher war ich noch mit Thomas und meinem Gastvater Kart fahren. Abends haben wir mit meiner alten und neuen Gastfamilie zusammen Abendbrot gegessen (d.h. mit dem Großteil, Lucas war schon in England auf Klassenfahrt). Die Verabschiedung war für mich ehrlich gesagt richtig hart. Ich konnte ihnen gar nicht mehr richtig in die Augen schauen und hätte fast geheult. Was ich des Übrigen dann auch getan habe, aber erst unter der Dusche. Diesmal habe ich mich gar nicht bereit gefühlt zu wechseln, auch wenn das schon lange geplant war.
Meine neue Familie besteht aus:
Gastvater - Marc-Olivier (genannt Marco)
Gastmutter - Anne
größerer kleine Gastschwester - Camille (16)
kleiner Gastbruder - Aël (13)
kleine Gastschwester - Aziliz (7)
Während der ersten Woche hier hatte ich schulfrei wegen des bac blancs (Abiturvorbereitungsprüfungen). In der 10. Klasse schreibt man eigentlich eine Französischklausur, aber da das zu schwierig für mich ist, habe ich die Englischklausur der 12. Klassen mitgeschrieben. Dadurch, dass ich frei hatte konnte ich an allen Familienaktivitäten teilnehmen. Am Montag war ich beim Schlagzeugunterricht von Aziliz und beim Klavierunterricht von Camille, am Mittwoch beim Bassgitarren- und Jazz- Unterricht von Camille und am Donnerstag beim Chor meiner Gastmutter. Am Mittwoch ist eine Freundin meiner Gastmutter angekommen. Meine Gastmutter hatte sich deshalb ab Dienstag freigenommen. So war ich fast nie allein. Am Freitag sind die Großeltern angekommen, weil Aël am Samstag Abend ein großes Konzert hatte. Wir waren alle gemeinsam da (außer Camille). Er spielt Trompete in einem Bläserorchester.
Morgen fängt die Schule wieder an und jetzt sehe ich den Wechsel schon nicht mehr ganz so verkrampft, wie am Anfang. Ich denke mit der Schule stellt sich auch der Alltag wieder ein.

Dienstag, 14. Januar 2014

Alltag

Der Alltag hat sich wieder eingestellt. Nach all dem, was ich in den Ferien erlebt habe, war es schwer, sich wieder an die immer gleiche Routine zu gewöhnen. Aber diese Routine bleibt ja nicht lange, da ich am 25.01.2014 die Familie wechseln werde. Ich habe ehrlich gesagt immer noch angst davor, aber gleichzeitig freue ich mich und genieße meine letzte Zeit in meiner Familie in vollen Zügen. Meine 2 deutschen Freundinnen, die im Umkreis Paris wohnten, sind schon oder bald nicht mehr in Frankreich aber zurzeit wendet sich eigentlich alles zum Positiven. Ich konnte meinen Laptop, der seit Monaten kaputt war endlich reparieren. Und mein Handy, das ich am Samstag in der Schule verloren hatte, wurde mir am Montag von einem unbekannten Jungen wiedergebracht. Ja, da hat es schon Vorteile, wenn das Handy auf Deutsch eingestellt ist und man die einzige Deutsche weit und breit ist.

Sonntag, 5. Januar 2014

Die 2. Ferienwoche

Die 2. Ferienwoche war ich viel unterwegs. Das fing am Dienstag mit Silvester an. Wir haben mit den Reiterhof-Freunden meiner Gasteltern und meines Gastbruders gefeiert. Ehrlich gesagt fühlte ich mich besonders am Anfang äußerst fehl am Platz. Alle kennen sich schon seitdem sie klein sind und gehen zum Teil noch auf die gleichen Schulen. Das Interesse an mir als Ausländerin war auch schon bald weg. Außerdem war ich relativ "underdressed", weil ich nicht wusste, das man sich zu solch einem Anlass wie auf einer Hochzeit anzieht. Am liebsten wäre ich gegangen, aber ich hab es dann doch noch ganz tapfer durchgestanden und zum Schluss wurde es noch echt schön. Wenn ich jetzt "zum Schluss" sage, meine ich nicht um 1 oder um 2, wie bei normalen Silvesterfeiern üblich. Nein, es war um 4, als wir endlich losgefahren sind. Wir Jugendlichen waren schon lange vorher in einen kleinen Nebenraum verschwunden und haben leise geredet, während die Erwachsenen noch getanzt und laut geredet haben. Bevor wir gegangen sind, mussten wir auch noch das Gröbste aufräumen. Um 5 Uhr morgens waren wir dann endlich zuhause. Was mir erst später aufgefallen ist, war das es überhaupt kein Feuerwerk gab. Weder wir haben eins gemacht, noch irgendwer anders. Wir Jugendlichen waren kurz nach Mitternacht draußen und mussten dann auch noch rennen, da die Kinder Klingelstreiche gemacht haben.
Am nächsten Tag bin ich gegen 13 Uhr völlig gerädert aufgewacht. Meine Gastmutter hat mich dann zu meiner Freundin Melanie gefahren. Sie selbst ist mit dem Rest der Familie nochmal zum Festsaal gefahren um mit den Anderen zu Mittag zu essen. Ich habe bei Melanie geschlafen und hatte bei ihr sogar noch ein 2. Silvesteressen. Ihre Eltern sind ziemlich nett, aber das Haus ist leider relativ... wie soll man sagen... unaufgeräumt. Dafür hat sie einen süßen kleinen Hund. Aber von Schlafen konnte bei ihr auch nicht wirklich die Rede sein, denn wir haben bis um 4 Uhr morgens Filme geguckt. (Dann konnte ich nicht mehr.)
Am Donnerstag bin ich dann um 9.30 Uhr mit Melanie aufgestanden, wir haben gefrühstückt und dann hat mich Melanies Mutter direkt zum Bahnhof gebracht. Von dort aus bin ich nach Paris gefahren, wo ich Kao, einen Thailänder, der auch Austauschschüler ist und auf mein Lycée geht, getroffen habe. Wir haben im chinesischen Viertel thailändisch gegessen. Er hat mich eingeladen und es war total lecker! Dann sind wir zum Grand Palais gefahren um dort den Rummel zu besuchen. Die Schlangen waren aber total lang. So konnten wir nur 1 Fahrgeschäft fahren. Das war aber total lustig und insgesamt war es ein sehr gelungener Tag. Auf dem Rückweg haben wir auf seinem I-phone Cyprien geschaut. =D
Von Donnerstag zu Freitag konnte ich das erste Mal wieder normal schlafen, obwohl ich trotzdem früh aufstehen musste, weil mich meine Gastmutter auf dem Weg zur Arbeit zum Bahnhof gebracht hat, damit ich meine Freundin Jana in ihrer Stadt Méru besuchen konnte. Ursprünglich wollten wir ins Kino gehen, das ging dann aber nicht, also haben wir zusammen Macarons gebacken. Sooo lecker! Dann haben wir noch in ihrem Zimmer gesessen und gequatscht. Perfekt <3 Ihre Gasteltern haben kaum Geld, sind aber sehr religiös. Das stellt natürlich einen ganzschönen Kontrast zu meinen Gasteltern dar. Sie mag ihre Gastmutter, aber ich habe wieder einmal gemerkt, dass ich sehr, sehr glücklich mit meiner Gastfamilie bin =) Jana reist Ende Januar wieder ab. Ich werde sie vermissen und hoffe, dass wir uns wiedersehen.
Am Samstag habe ich dann endlich mal ganz lange ausgeschlafen, eigentlich den ganzen Vormittag. Am Nachmittag habe ich dann die Hausaufgaben, die wir über die Ferien aufhatten gemacht. Ich hatte zwar schon am Montag angefangen, aber es ist echt viel. Also war ein Nachmittag eigentlich zu wenig. Aber Hausaufgaben sind hier ja gottseidank nicht so wichtig ;)
Am Sonntag sind wir zu den Gastgroßeltern gefahren. Sie hatten sogar ein Weihnachtsgeschenk für mich! Ein Parfum und eine Karte. Ich war total gerührt. Und natürlich haben wir mal wieder ein ewiges Mittagessen gehabt und zum Schluss Gesellschaftsspiele gespielt.



Montag, 30. Dezember 2013

Weihnachten & Skiurlaub

Sicher fragt ihr euch, wie ich die Adventszeit und besonders Weihnachten erlebt habe. Also erstmal muss ich sagen, dass meine Gastfamilie weder religiös noch besonders traditionsreich ist. Aber dank meiner Gastmutter und meinen Großeltern hatte ich sogar 2 Adventskalender. Plätzchen bäckt meine Gastfamilie normalerweise nicht in der Adventszeit. Aber diesen Brauch habe ich gleich mal eingeführt und Butterplätzchen und Vanillekipferl mit Rezepten von zuhause gebacken. Die sind auch sehr gut angekommen. So gut, dass ich sie, als wir viele Gäste hatten gleich nochmal backen sollte/durfte.

 
Außer 2 Lichterketten und einem falsch zusammengesteckten Weihnachtsbaum hatten wir keine Weihnachtsdeko. Was aber zum Teil daran lag, dass wir Weihnachten gar nicht da waren. Wir haben die Woche um Weihnachten ich Ischgl, Tirol (Österreich) verbracht. Meine Gastfamilie fährt jedes Jahr in Frankreich in den Skiurlaub und wollte dieses Jahr die Chance nutzen, eine Übersetzerin zu haben, um nach Österreich zu fahren. Das hat auch ganz gut geklappt, auch wenn es manchmal schwer war, für 4 Leute die Speisekarte zu übersetzen, wobei jeder etwas anderes will und nebenbei noch für sich selbst was zu finden. Aber die Leute waren immer ganz begeistert, wie ich die Übersetzerin gespielt habe. Meistens hat es ein bisschen gedauert, bis sie gemerkt haben, dass ich fließend deutsch spreche, meine Gastfamilie aber kein Wort. Das Skifahren war natürlich das Beste. Hier war meine Gastfamilie mir natürlich eindeutig überlegen. Ich war zuvor erst 1 Mal Ski gefahren und das war auch schon 5 Jahre her. Aber ich hatte den Dreh ziemlich schnell wieder raus und bin die Pisten und den Snowpark (der war einfach mega!) runtergekurvt. Natürlich nicht, ohne öfters mal hinzufallen, aber das gehört ja dazu.

Freitag, 20. Dezember 2013

Neue Gastfamilie gefunden

Mein letzter Eintrag ist jetzt auch schon wieder 1 Monat her. Mittlerweile ist viel passiert. Ich habe meine beiden Eventuell-Zukünftigen-Gastfamilien besucht und mich letztendlich für eine entschieden, zu der ich Ende Januar ziehen werde. Ab dann werde ich also zusammen mit den Gasteltern, 2 Gastschwestern (davon eine nur 3 Tage jünger als ich!) und einem Gastbruder in meinem Schulort, Mennecy leben. Ich sehe den Wechsel mit gemischten Gefühlen. Einerseits negativ, da ich mich bei meiner jetzigen Gastfamilie richtig gut eingelebt habe und es einfach passt, was nicht wirklich selbstverständlich ist. Ich kenne ihre Gewohnheiten, weiß, wo was ist, kann mir zu Essen und zu Trinken nehmen, ohne zu fragen usw. Es hat sich einfach eine Routine und Vertrautheit eingestellt. Ich fühle mich sicher, fühle mich zuhause.
Andererseits bietet der Wechsel auch eine Chance für mich. Klar muss ich wieder von 0 anfangen, wobei das auch nicht wirklich stimmt, da ich ja an meiner alten Schule bleibe und mein Französisch auch schon wesentlich besser ist, als am Anfang. Dieser Wechsel ermöglicht mir nochmal alles aus einem anderen Blickwinkel wahrzunehmen, meinen Horizont zu erweitern. Und sogar räumlich gesehen bin ich in Mennecy besser dran. Ich bin nicht mehr auf den Schulbus angewiesen und kann auch mal allein zum Supermarkt gehen oder die RER direkt nach Paris nehmen.

Mittwoch, 13. November 2013

Reitunterricht

Ja, ich bin das 1. Mal in meinem Leben geritten. Da mein kleiner Gastbruder ja reitet, musste ich das auch mal ausprobieren. Natürlich habe ich wie so ziemlich jedes Kind schon mal auf einem Pony gesessen aber so richtig geritten mit den Zügeln in der Hand bin ich noch nicht. In den Reitsachen meines Gastvaters bin ich also am Samstag auf "Redoutte" eine wunderschöne braune Stute geritten. Ich bin sogar bis zum Trab gekommen. Die Anderen waren total begeistert, da man das sonst erst in der 3. Reitstunde macht. Mein kleiner Gastbruder durfte sich auch sportlich betätigen und beim Trab neben mir herrennen um die Zügel zu halten, die schwer zu führen sind, wenn man immer wieder aufsteht und sich dann setzt. Das nennt sich "leichter Trab" und macht echt Spaß. Mein Gastvater hat sogar ein Video davon gemacht.